Tropenhaus, Wolhusen

Adresse: Hiltenberg, Wolhusen
Leistungsumfang: Architektur, Bauökonomie, Baumanagement
Bauherrschaft: Tropenhaus Wolhusen AG
Bauübergabe: 2010
Anlagekosten (BKP 1–9): CHF 18 Mio.

 

Neubau Tropenhaus Wolhusen

Ein Dach aus Bananenblättern, sanftes Wasserplätschern, exotische Gerüche, duftende Kräuter, feucht-warme Luft und bunte Blüten. Dies erwartet den Besucher im Tropenhaus Wolhusen, welches im Winter 2010 neu eröffnet wurde. Der von der Schärli Architekten AG realisierte Neubau ergänzt das alte Tropenhaus in Ruswil, welches im Jahre 1999 seinen Betrieb aufnahm.  Ausgangslage für dieses nicht alltägliche Projekt bildete ein neues Energiegesetz des Kantons Luzern. Darin hat Luzern im Jahre 1987 als erster Schweizer Kanton die Notwendigkeit der Nutzung von Abwärme gesetzlich verankert.

Die neue Anlage besteht aus einem Produktionshaus und einem Erlebnishaus mit Tropenwald. Dazwischen ist ein Platz angelegt, der mehrere Funktionen erfüllt: Buswendeschlaufe, Anlieferung, Personal- und Besucherparkplatz. Das Produktionshaus, eine reine Stahl-Glas-Konstruktion, ist als klassisches Holländer-Gewächshaus konzipiert und nur in einem kleinen Bereich für Besucher zugängig. Das Erlebnishaus mit integriertem Fischbecken ist in drei gegeneinander versetzte Wellen gegliedert, welche sich fliessend aus der Moränen-Landschaft herausbilden. Die Erkundungstour führt den Besucher auf einer Fläche von 1‘900 Quadratmetern über verschlungene Pfade zu 120 verschiedenen tropischen Nutzpflanzen und zu kontrastreichen Erlebnissen mit Genuss, Sinnlichkeit, Kunst und Kultur. Die umsichtige Umgebungsgestaltung schafft den nahtlosen Übergang des Tropenhauses in die von Landwirtschaft geprägte Umgebung.

Eine behindertengerechte Rampe führt entlang der obersten Welle in das Foyer, welches unterhalb des Platzes angeordnet ist. Die an der Hangseite gelegene Stützmauer aus gestocktem Beton führt den Besucher in den Innenraum. Das Foyer bildet den Übergang vom Aussenbereich ins Erlebnishaus. Als Kontrast zum lichtdurchfluteten Gewächshaus dominieren im Erlebnishaus vorwiegend dunkle Farben: Boden- und Möbelfronten bestehen aus dunkelbraun geölten OSB-Platten, die Holzfaserplatten-Decke mit sichtbaren Technik-Installationen ist braun gestrichen. Auch die Profile der Verglasung zum Tropenwald sind diesem Farbkonzept angepasst. Das Licht der grossen zylindrischen Pendelleuchten kreiert sinnliche Farbpunkte, die an die Einbaumöbel im Foyer projiziert werden und ein wohltuendes Ambiente schaffen.

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