Wohnhaus, Luzern

Adresse: Leumattstrasse 22, Luzern
Auftrag: Bauökonomie, Baumanagement
Bauherrschaft: Privat
Architektur: Heuberger Frey Zürich
Bauübergabe: 2011

 

Das historisch gewachsene Luzerner Bellerive-Quartier gehört zu einer der attraktivsten Wohnlage der Stadt überhaupt. Es liegt an einer südexponierten Hanglage Richtung Vierwaldstättersee und bietet Nähe zum Zentrum und Naherholungsgebiet. Realisiert wurde hier ein hoch moderner Ersatzneubau für eine in die Jahre gekommene Villa in prekärem Zustand. Während die Schärli Architekten AG den Lead für die Bauökonomie und das Baumanagement übernahm, zeichnete das junge und ambitionierte Architekturbüro Heuberger Frey aus Zürich für die Architektur verantwortlich. Im Auftrag des Bauherrn wurde ein Baukörper realisiert, der aus einem so genannten Townhaus (rechts) und einer Einheit mit einer Garten- und Dachmaisonettewohnung (links) besteht. Die nach Fertigstellung von insgesamt drei Parteien bewohnten Hausteile sind durch ein Treppenhaus voneinander getrennt. Ästhetisch prägend ist die spezielle Glas-Stahlfassade, die optimale Sicht auf See und Bergpanorama erlaubt. Die zur Hauptstrasse gerichtete Nordfassade besteht aus einer Verkleidung mit vertikal gelegten Lärchenlatten. Die sanfte Dach- und Fassadenabschrägung löst als Geste die herkömmlich strenge Trennung von Dach und Wand auf.

Der voluminöse Bau strahlt dank optimal konzipierter Licht-, Farb- und Formabstimmung eine Ruhe aus, die nichts vom spektakulären Innenleben ahnen lässt. Das Haus gehorcht nämlich ganz den Regeln des «intelligenten Wohnens», auch «smart living» genannt. Intelligentes Wohnen bezeichnet Lösungen im privaten Wohnbereich, bei denen Geräte, Systeme und Technologien eingesetzt werden, die mehr Energieeffizienz, Komfort, Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Sicherheit schaffen. Ziel ist es, Funktionsabläufe automatisch, nach vorgegebenen Parametern durchzuführen oder deren Bedienung bzw. Überwachung zu vereinfachen. Kennzeichnendes Merkmal ist die dezentrale Anordnung der Steuerungseinheiten sowie die durchgängige Vernetzung mittels eines Kommunikations-Netzwerks. Die Herausforderung bestand darin, nicht nur die technisch beste Lösung für diverse Automationsbedürfnisse zu finden, sondern diese gleichzeitig auch noch möglichst unsichtbar in den Innenausbau zu integrieren. Hier zeigte sich, dass dem «intelligenten Wohnen» immer auch das «intelligente Planen» vorausgeht.

Das diffizile und delikate Unterfangen ist geglückt, dank bestem Zusammenspiel zwischen einer klar kommunizierenden Bauherrschaft, einem jungen, ambitionierten Architekturbüro und sicherlich auch dank der langjährigen Erfahrung der Schärli Architekten AG in den Disziplinen Baumanagement und Bauökonomie.

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