
Arealüberbauung Sagenmatt, Ebikon
Das 15.400m² grosse Areal Sagenmatt besteht aus zwei Parzellen und stösst an die Kantonsstrasse in Ebikon, welche die beiden Städte Luzern und Zug verbindet. Ebikon hat sich entlang dieser Strasse entwickelt und ist geprägt von einfachen Gewerbe- und Bürobauten mit wenig Aussenraumqualitäten. Ausgangslage bildete ein mehrstufiger Masterplan, der von Hosoya Schaefer Architekten, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und IBV Hüsler ausgearbeitet wurde.
Dem Sagenmatt-Areal, mit 245 Wohnungen und 1200m2 Gewerbe-, Gastro- und Dienstleistungsflächen, kommt aufgrund seiner Grösse und Lage eine besondere Bedeutung als wichtiger Baustein in der städtebaulichen Neuausrichtung zu. Es galt, überzeugende Lösungen für die räumliche Organisation, die Gestaltung des öffentlichen Raums und vielfältige Wohnungstypen zu entwickeln, damit eine möglichst breite Zielgruppe angesprochen wird und das Quartier von einer lebendigen Bewohnerschaft profitiert. In Zusammenarbeit mit Meyer Gadient Architekten AG konnte die Jury mit einem überraschenden typologischen Ansatz überzeugt werden.

Punkthochhäuser und Gebäudezeilen

Das Projekt verschmilzt die Punkthochhäuser und Gebäudezeilen, die Attikageschosse und gestaffelten Scheiben der generischen Vorstadt zu einer neuen Grossform, ohne dabei den Freiraum und die Bezüge zu den Nachbarparzellen aus den Augen zu verlieren. Die Agglomeration erreicht eine städtische Dichte. Ein viergeschossiger Mäander hält die im Quartier vorherrschende Traufhöhe und windet sich in die Tiefe des Areals. Auf ihm sitzen Türme, Zweispänner mit Lofts und Dachterrassen. Die Form enthält sich der Repräsentation, wirkt unhierarchisch und undogmatisch und fügt sich so unaufgeregt in den heterogenen Kontext ein.
Der Vorplatz an der Luzernerstrasse schafft Bezug zum Rotseeweg, bricht die Strassenfront und bildet den Auftakt zur Durchwegung. Ein grosszügiger, zweigeschossiger Durchgang führt auf den Hof 1, um den herum Wohneingänge und Aussensitzplätze angeordnet sind. Der nächste Durchgang leitet über zum Landschaftsband mit Bach, südorientiertem Platz und Gemeinschaftsraum. Auf der Parzelle an der Schachenweidstrasse setzt sich der Mäander fort und umschliesst einen weiteren Hof. Die typologische Formel wird mit minimalem Aufwand kontextgerecht angepasst und führt als elegante Geste vom Hang zur Luzernerstrasse. Das Projekt befindet sich zurzeit in Ausführung.
Fakten
- Standort Luzernerstrasse 17, Ebikon
- Leistungen Architektur, Baumanagement, Bauökonomie
- Status in Ausführung
- Auftragsart Wettbewerb, 1. Rang
- Bauherrschaft AMAG Automobil- und Motoren AG, Zürich
- Statik suisseplan Ingenieure AG
- Landschaftsarchitektur Cyclus GmbH
- HLKSE W+P Engineering AG, Zimmermann Engineering AG
- Bauphysik Brücker+Ernst GmbH
- Kosten BKP 1-9 CHF 90 Mio.
- Zusammenarbeit ARGE mit Meyer Gadient