
Unterwerk Blattenmoos, Luzern
Der Bau eines Unterwerks beschränkt sich hauptsächlich auf eine Hülle, die die Transformatoren schützt – der gestalterische Spielraum scheint auf den ersten Blick klein zu sein. Grösse und Anordnung der Räume ergeben sich praktisch ausschliesslich aus den technischen Anforderungen der Anlage. Der Bau gliedert sich in zwei Teile: Ein schwarzer Sichtbetonkubus beherbergt die beiden 60 Tonnen schweren Transformatoren, ein Kubus aus Streckmetall umschliesst die Steuerung.

In das Streckmetall sind auf der Ost- und Südseite Türen eingeschnitten. Da die Transformatoren höchstens alle 25 Jahre ersetzt werden müssen, wurde auf Tore zur Einbringung verzichtet. Anstelle derer wurde die Fassade in 3 x 8 Meter grosse Betonplatten unterteilt, die bei Bedarf mit dem Kran entfernt werden können. Der Betonkörper wurde entsprechend dem, gemeinsam mit dem Künstler Niklaus Lenherr entwickelten, gestalterischen Konzept mit Asche und Eisenoxid schwarz gefärbt und mit einem silbrig schimmernden Siebdruckpaneel zusammengefasst.
Wahrnehmung als notwendiges Energiekonstrukt

Der ganze Bau erscheint wie ein riesiger Generator, wie ein plastisch gestalteter Solitär, der nach aussen hin sichtbar macht, was an Kraft – also Energie – in ihm steckt. Zeit und Witterung lassen die Kupferoberfläche dunkler werden und sorgen dafür, dass sich das Unterwerk in die von Wohnbauten dominierte Umgebung einfügt und nicht als Fremdkörper, sondern als notwendiges Energiekonstrukt wahrgenommen wird.

Fakten
- Standort Luzernerstrasse 113, Luzern
- Leistungen Architektur, Baumanagement, Bauökonomie
- Status Realisiert
- Auftragsart Direktauftrag
- Bauherrschaft ewl Kabelnetz AG
- Kosten BKP 1-9 CHF 12.5 Mio.
- Kunst und Bau Niklaus Lenherr