
Wohnheim Sonnegarte, St. Urban
Das Wohnheim Sonnegarte begleitet, pflegt und fördert Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Beeinträchtigung. Bis anhin waren die Wohngruppen und die Ateliers auf drei Standorte innerhalb des Klinikareals St. Urban verteilt. Aufgrund des Bedürfnisses nach einem Ausbau und nach einer Zusammenführung der Standorte sollen auf einem bisher unbebauten Grundstück am Rand des bestehenden Areals ein neues Wohnheim für 65 BewohnerInnen und diverse Atelierräume erstellt werden.
Der Neubau übernimmt nicht die Orthogonalität des bestehenden Areals, sondern bildet durch das polygonale Volumen einen eigenständigen Baukörper.


Die Komposition besteht aus zwei dreigeschossigen Gebäudeflügeln mit Wohngruppen, die durch einen zweigeschossigen allgemeinen Bereich zu einem Ganzen zusammengebunden sind, sowie einem separaten zweigeschossigen Atelierbau. Dadurch wird ein gut besonnter, geschützter Aussenraum aufgespannt, der sich nach Süden zum Landschaftsraum hin orientiert.
Bindeglied der zwei Wohnflügel ist der zentrale Bereich mit dem Eingang, einem grosszügigem Foyer und dem Mehrzweckraum. Der über dem Eingang auskragende Dementengarten bildet einen geschützten Aufenthaltsbereich, der gut besonnt ist und einen attraktiven Blick in den Garten bietet. Unter diesem zentralen Bereich befinden sich im Sockelgeschoss die von Norden her zugängliche Vorfahrt und die Anlieferung.

Jeweils zwei Wohngruppen teilen sich gemeinsame Infrastrukturräume. Jede Wohngruppe ist windmühlenartig um einen zentralen Kern herum organisiert. So entstehen neben einem Rundlauf verschiedene Nischen mit Blick in unterschiedliche Himmelsrichtungen.
Das Atelierhaus ist bewusst als eigenständiges Gebäude konzipiert, das den Garten bereichert. Der Weg durch den Garten zum Atelier soll als tägliches Ritual den Tag der Bewohner strukturieren und bereichern. Das zweigeschossige Gebäude verfügt über eine einfache Grundstruktur mit einem zentralen, grosszügigen Korridor, von dem aus alle Räume erschlossen sind.


wohnlicher Charakter
Das Gebäude ist in Massivbauweise und mit einer Fassade in Holzelementbauweise konzipiert. Die konsequente Bauteiltrennung trägt zu einem ökologisch nachhaltigen Bauwerk bei. Die äussere vertikale Holzschalung, die horizontalen Bänder und der vorstehende Dachrand verleihen dem Gebäude, im Kontrast zum bestehenden Kloster- und Klinikareal, einen wohnlichen Charakter. Im Bereich der notwendigen Massnahmen für Absturzsicherungen oder Weglaufschutz wird mit filigranen vertikalen Holzstäben und Drahtseilen reagiert. Diese verleihen dem Gebäudevolumen eine zusätzliche Gliederung.
Fakten
- Standort Luzerner Psychiatrie, Schafmattstrasse 1
- Leistungen Generalplanung, Baumanagement, Baukönomie
- Status Realisiert
- Auftragsart Wettbewerb, 1. Rang
- Bauherrschaft Luzerner Psychiatrie / Dienststelle Immobilien
- Statik B+S AG Luzern
- Landschaftsarchitektur Freiraumarchitektur GmbH
- HLKSE Amstein + Walthert Luzern AG
- Bauphysik RSP Bauphysik AG
- Kosten BKP 1-9 CHF 35 Mio.
- Zusammenarbeit ARGE mit Meyer Gadient